Meinungsbildung zu 5G

29.01.2021

Urnenabstimmung für das Projekt Initiative Standortplanung Mobilfunk

Der Gemeinderat fällt den Grundsatzentscheid das Geschäft „Initiative Standortplanung Mobilfunk“ den Bürgerinnen und Bürgern an einer Urnenabstimmung vom 13. Juni 2021 vorzulegen.

Im Jahr 2021 will der Gemeinderat den Stimmberechtigten unter anderem das Geschäft „Initiative Standortplanung Mobilfunk“ vorlegen. Grundsätzlich ist dieses Geschäft im Rahmen einer Gemeindeversammlung dem Souverän vorzulegen. Es ist davon auszugehen, dass diese Vorlage von grossem Interesse ist und somit auch eine grosse Anzahl von Stimmberechtigten mobilisieren werden. Der Gemeinderat befürchtet daher, dass aufgrund der aktuellen Covid-19 Pandemie eine geordnete Durchführung von Gemeindeversammlungen, unter Einhaltung des Schutzkonzepts, nicht möglich ist. Anstelle von Gemeindeversammlungen können alternativ Urnenabstimmungen angesetzt werden. Die Gemeinden wurden mit einer Allgemeinverfügung des Regierungsstatthalteramtes dazu ermächtigt. Der Gemeinderat hat nach abwägen aller Fakten den Grundsatzentscheid gefällt, das Geschäft „Initiative Standortplanung Mobilfunk“ an der Urnenabstimmung vom 13. Juni 2021 dem Volk zu unterbreiten. Es handelt sich hierbei um einen eidgenössische Abstimmungstermin, an welchem auch noch weitere Vorlagen zur Abstimmung kommen. Der Entscheid des Gemeinderates basiert auch auf organisatorischen Überlegungen. Konsequenterweise bedeutet dies, dass im Frühjahr 2021 keine ausserordentliche Gemeinde-versammlung stattfinden wird und auch die ordentliche Gemeindeversammlung vom Juni 2021 nicht stattfindet. Die ordentlichen Geschäfte, wie zum Beispiel die Genehmigung der Jahresrechnung, würden somit ebenfalls über die Urnenabstimmung abgehandelt. Der Gemeinderat steht bezüglich seines gewählten Vorgehens in engem Kontakt mit dem Regierungsstatthalteramt und beurteilt die Lage laufend neu. Der Gemeinderat ist sich bewusst, dass es hinsichtlich dieses Geschäfts einen erhöhten Informationsbedarf seitens der Bevölkerung gibt. Er macht sich hierzu Gedanken wie dieser Informationsbedarf, nebst Erarbeitung einer entsprechenden Abstimmungsbotschaft, befriedigt werden kann und wird hierzu wiederum rechtzeitig informieren.

 

12.08.2020; Status aus dem Gemeinderat (GR) zur Gemeindeinitiative Standortplanung Mobilfunk Büren a.A.

Der GR hat die Gemeindeinitiative betreffend Standortplanung Mobilfunk Büren a.A. des Komitees „Stopp 5G in Büren an der Aare“ entgegengenommen.
Der GR wird nun in einem ersten Schritt prüfen ob die entsprechenden formalen Voraussetzungen der Initiative erfüllt sind und dies anschliessend dem Komitee rückmelden.
Gemäss den Bestimmungen der Gemeindeordnung von Büren a.A. unterbreitet der GR gültige Initiativen innert Jahresfrist den Stimmberechtigten. Der GR wird zu gegebenem Zeitpunkt wieder kommunizieren

 

01.01.2020; Aktuelle Situation in Büren

Alle 3 Mobilfunkprovider betreiben je eine individuel genutzte und betriebene Mobilfunkanlage.

  • Salt Mobilfunkanlage
    • Standort:          Jurastrasse, Nähe Jura-Garage Peter
    • 2G (GSM):       Sendeleistung = mittel
    • 3G (UMTS):     Sendeleistung = gross
    • 4G (LTE):         Sendeleistung = gross
  • Sunrise Mobilfunkanlage
    • Standort:          Güterweg, auf Landi-Gebäude
    • 2G (GSM):       Sendeleistung = mittel
    • 3G (UMTS):     Sendeleistung = mittel
    • 4G (LTE):         Sendeleistung = mittel
  • Swisscom Mobilfunkanlage
    • Standort:          Riesenmattstrasse, Nähe Werkhof
    • 2G (GSM):       Sendeleistung = mittel
    • 3G (UMTS):     Sendeleistung = mittel
    • 4G (LTE):         Sendeleistung = mittel

 

Geplante Situation in Büren

Swisscom hat im April 2019 ein Baugesuch für eine neue/zusätzliche Mobilfunkanlage publiziert. Aufgrund der von Swisscom angekündigten Abschaltung von 2G (GSM) Ende 2020 kann die Situation ab 2021 wie folgt aussehen.

  • Salt Mobilfunkanlage
    • Standort:          Jurastrasse, Nähe Jura-Garage Peter
    • 2G (GSM):       Sendeleistung = mittel
    • 3G (UMTS):     Sendeleistung = gross
    • 4G (LTE):         Sendeleistung = gross
  • Sunrise Mobilfunkanlage
    • Standort:          Güterweg, auf Landi-Gebäude
    • 2G (GSM):       Sendeleistung = mittel
    • 3G (UMTS):     Sendeleistung = mittel
    • 4G (LTE):         Sendeleistung = mittel
  • Swisscom Mobilfunkanlage
    • Standort:          Riesenmattstrasse, Nähe Werkhof
    • 3G (UMTS):     Sendeleistung = mittel
    • 4G (LTE):         Sendeleistung = mittel
    • 5G (NR):          Sendeleistung = mittel
  • Swisscom Mobilfunkanlage neu
    • Standort:          Industriestrasse, Nähe Metallspritzwerk S+S
    • 3G (UMTS):     Sendeleistung = mittel
    • 4G (LTE):         Sendeleistung = mittel
    • 5G (NR):          Sendeleistung = mittel

 

Weshalb 5G?

  • nach 2G (GSM), 3G (UMTS, 4G (LTE) folgt nun die neuste Generation 5G
  • die spezifischen Eigenschaften von 5G können neue Geschäftsfelder eröffnen
  • im speziellen wird 5G die industrielle Anwendungen von IoT (Internet of Things) unterstützen und fördern
  • die neue Technologie soll in den Netzen der Schweizer Telekom-Firmen Swisscom, Sunrise oder Salt Geschwindigkeiten von bis zu 2 GBit/s ermöglichen. Ein hochauflösender Film liesse sich damit in rund einer Minute herunterladen. Da für diese 2 GBit/s indessen optimale Bedingungen nötig sind, fällt das Tempo im Alltag geringer aus
  • 5G ist in der Praxis etwa doppelt so schnell wie 4G+, die «aufgemotzte» Variante des derzeitigen Standards 4G (LTE)
  • Der vielleicht grösste Vorteil von 5G liegt aber nicht in der Geschwindigkeit, sondern in der kurzen Latenzzeit. Damit ist die Zeit gemeint, die zwischen einem Ereignis und einer Reaktion verstreicht. Bei 4G-Netzen beträgt diese Latenzzeit 5 bis 10 Millisekunden. In einem 5G-Netz soll die Latenzzeit noch bei rund einer Millisekunde liegen

 

Mobilfunkanlagen in der CH

Gegenwärtig (März 2019) sind in der Schweiz von den drei Anbietern Swisscom, Salt und Sunrise über 18‘000 Antennenstandorte in Betrieb. Mit gezählt sind dabei auch die sog. Mikrozellen, das sind kleine, leistungsschwache Anlagen (< 6 Watt ERP), die an sehr stark frequentierten Orten wie Bahnhöfen oder Einkaufszonen zur Entlastung der „eigentlichen“ Basisstationen einen Teil der Nahversorgung übernehmen. Ca. 20% der Standorte entfallen auf solche Anlagen.

Die Hälfte der Standorte wird mit mittleren Leistungen (100 - 1000 W ERP) betrieben, 20% mit Sendeleistungen > 1000 W ERP. Hinsichtlich der installierten Dienste bzw. Technologiegenerationen entfallen je 40% auf 2G bzw. 4G (GSM und LTE), 20% auf 3G (UMTS).

Betrachtet man anstelle der Standorte die installierten Leistungen der unterschiedlichen Dienste, so werden gegen 2/3 für LTE eingesetzt, nur etwa 10 % des Verkehrs wird über GSM abgewickelt. Die noch freien Kapazitäten belaufen sich über alles gesehen auf 10%.

In urbanen Gebieten sendet man nahe an der gesetzlich erlaubten Kapazitätsgrenze, auf dem Land gibt es etwas mehr Reserven.

Der Bedarf an zusätzlichen Antennen in die Zukunft hinein ist sehr schwierig abzuschätzen, weil dieser stark vom Verkehrsaufkommen bzw. der Nachfrage nach Datendiensten abhängt. Je mehr Dienste nachgefragt werden, desto schneller ist die heute installierte Kapazität ausgeschöpft und es müssen neue Standort erschlossen werden.

Tendenziell verdichtet sich so das Netz. Die Standorte versorgen dann kleinere Gebiete, wofür auch etwas niedrigere Sendeleistungen eingesetzt werden können. 

Für den Aufbau des 5G-Netzes rechnen die Anbieter, dass wegen der heutigen Kapazitätsengpässe bis 15'000 neue Standorte eröffnet werden müssen. Nur wenn die Grenzwerte gelockert würden, könnten viele bestehende Anlagen mit 5G aufgerüstet werden.

 

Dank mehr/zusätzlichen Mobilfunkanlagen weniger belastende Strahlung!

Die höchste Strahlenbelastung kommt nicht von den Mobilfunkantennen, sondern vom eigenen Handy!

Je mehr Mobilfunkanlagen gebaut werden, desto:

  • kleiner ist das zu 'versorgende' Funkgebiet
  • tiefer ist die Sendeleistung (von der Mobilfunkanlage zum Handy)
  • geringer ist die Distanz zum Nutzer (Handy)

Je näher der Nutzer (Handy) sich zur Mobilfunkanlage befindet, desto:

  • tiefer ist die Sendeleistung (vom Handy zur Mobilfunkanlage)
  • tiefer ist die Strahlenbelastung am Kopf
  • tiefer ist der Stromverbrauch der Handy-Batterie

 

Weshalb bevorzugen die 3 Mobilfunkprovider die Anhebung der maximalen Sendeleistung pro Mobilfunkanlage anstelle von zusätzlichen Mobilfunkanlagen zu bauen?
Weil der Bau von zusätzlichen Sendeanlagen ein vielfaches kostet im Vergleich zur Erweiterung/Ausbau der Sendeleistung an bestehenden Mobilfunkanlagen!

Durch den Bau von zusätzlichen Sendeanlagen profitiert sowohl die CH-Wirtschaft wie auch die CH-Wohnbevölkerung.